Heraus zum Revolutionären Frauen*kampftag

Ein Beitrag der anarchistischen Gruppe Regensburg zum 8.März.

Jedes Jahr nähert sich der 8.März als Datum weltweiter Demonstrationen gegen die Unterdrückung von Frauen. Auch in Regensburg gibt es wieder eine Demonstration, die sich gegen patriarchalische Unterdrückung und Mackertum richtet. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung haben in Bayern in den letzten Jahren zugenommen, die Opfer sind überwiegend weiblich. Auch Mordopfer waren häufiger Frauen als Männer. Dies spielt in der Pressemitteilung der Polizei jedoch keine Rolle, hier wird hingegen viel Energie darauf verwendet, die sogenannte „Zuwandererkriminalität“ darzustellen (1). Die körperliche Unversehrtheit von Frauen ist auch im Jahr 2020 keine Selbstverständlichkeit, auch nicht hier in Regensburg. Wir als anarchistische Gruppe Regensburg rufen daher und aus vielen anderen Gründen zur Teilnahme an der Demonstration gegen Sexismus und Unterdrückung von Frauen auf.  

Alle konservativ bis rechtsnationalen Kräfte machen gegen angeblichen „Genderwahn“ und „Frühsexualisierung“ mobil und bedienen sich dabei zuhauf an antifeministischen Positionen bis hin zu Verschwörungstheorien. Dabei wird öffentlich ein antifeministisches Weltbild generiert, welches sich bis zu Hass und Mordphantasien gegenüber Frauen entwickelt. Die Mörder von Halle und Hanau vertreten genau dieses antifeministische Weltbild, das sie auch mit anderen Rechtsterroristen teilen (2). Rassismus und Sexismus gehen Hand in Hand und müssen gemeinsam bekämpft werden. Die Kritik der AfD hinsichtlich sexueller Übergriffe kann sich daher auch nur explizit gegen Migranten richten, da sie sonst ihr eigenes Klientel angreifen müssten, was sie inhaltslos und damit überflüssig machen würde. Auf den Staat ist auch hier keinerlei Verlass, die Vertreter des Antifeminismus gibt es in allen staatlichen Strukturen, von der Polizei bis zum Parlament.

Um diesem und vielen anderen, leider weit verbreiteten, Problemen wie z.B. der Wiederherstellung traditioneller Rollenbilder zum Erhalt der Kleinfamilie sowie der männlichen Vormachtstellung (O-Ton AfD) entgegen zu treten, braucht es einen anti-nationalen antikapitalistischen feministischen Kampf, der es eben genau auf die Zerstörung dieser internationalen patriarchalischen Verhältnisse, physisch wie psychisch, abgesehen hat. 

Dabei ist unser Ziel die Befreiung der Frau in einer freien Gesellschaft und nicht die Gleichheit in der Ungleichheit. Für uns ist ein Feminismus ohne Kapitalismuskritik und ohne die Vision eines neuen solidarischen und emanzipatorischen Gesellschaftsvertrages nicht möglich.

Der 8. März ist ein Tag, an dem weltweit hunderttausende Menschen und vor allem Frauen auf die Strasse gehen. Wir als Anarchist*innen solidarisieren uns mit diesen feministischen Kämpfen. Ob in Syrien mit der YPG gegen den IS, ob in Mexiko mit den Frauen auf dem Weg zur Arbeit gegen ihre Vergewaltiger und den Zapatist*innen, ob in Brasilien mit den feministischen Befreiungskämpfen gegen die faschistische Barbarei, ob in Deutschland gegen Paragraph 219a, überall auf der Welt werden wir Anarchist*innen gegen patriarchale Zustände, Antifeminismus und Mackertum kämpfen. 

Mischt euch ein, fragt die Opfer sexueller Übergriffe, ob ihr helfen könnt. Egal wo, egal wann! Lasst euch nix gefallen! Denn es gibt weitere 364 Tage im Jahr, an denen dieser Kampf mehr als notwendig ist!

  • Daher Sexisten aller Coleur aufs Maul! 
  • Make Feminism Great Again!
  • Frauen, die kämpfen, sind Frauen, die leben. Lasst uns das System aus den Angeln heben!

(1)https://www.polizei.bayern.de/content/6/4/9/pks_pressebericht_2018.pdfhttps://www.polizei.bayern.de/oberpfalz/kriminalitaet/statistik/index.html/649

(2)https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-02/hass-frauen-rechtsterrorismus-motive-taeter-hanau-feminismus/seite-2

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